Manche Veränderungen entstehen aus der Not. Die besten entstehen aus dem Anspruch, es besser zu machen. Unsere abermaligen FuE-Anstrengungen aus dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Materialwechsel mit Wirkung – intelligent produziert“ mündeten bereits zum zweiten Mal in Folge in der Nominierung zum Innovationspreis Bayern. Unser Projekt begann mit einer großen Herausforderung: steigende Rohstoffpreise, Materialengpässe, ein Ausschuss von circa 30%. Der klassische Ahornholz-Maßstab, den Profis weltweit vertrauen, stand unter Druck. Der Weg dorthin war technologisch anspruchsvoll. Neue Fertigungsprozesse, neu entwickelte Oberflächentechnologien und eine grundlegend überarbeitete Produktionsanlage waren notwendig, um die gewohnte Qualität nicht nur zu erhalten, sondern zu übertreffen. Und am Ende stand ein Werkstoff, der alles vereint, was wir uns erhofft hatten: accoya® – nachhaltig, präzise, zukunftsfähig.
Der Weg dorthin war echte Ingenieursarbeit made bei „Richter Meßwerkzeugfabrik“. Die essigsäurebasierte Modifikation von accoya griff feinste Beschichtungen an. Der Schwalbenschwanz – das Herzstück jedes Gliedermaßstabs – musste völlig neu gedacht werden. Die UV-Trocknung wurde von Grund auf neu konzipiert. Unser Ergebnis ein Maßstab, der nicht nur misst, sondern Maßstäbe für Präzision, Nachhaltigkeit und Innovation setzt.
Dass diese Leistung nun zum zweiten Mal in Folge mit einer Nominierung für den Innovationspreis Bayern gewürdigt wird, erfüllt uns mit echtem Stolz und zeichnet unsere Bemühungen am bayerischen Standort aus.
Präzision beginnt im Detail – Innovation beginnt bei uns
Hinter jedem unserer Messinstrumente steckt mehr als Handwerk und Fachwissen. Dahinter verbirgt sich kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die dort ansetzt, wo andere aufhören zu fragen. So auch in unserem neuerlichen FuE-Projekt „Werkstoff- und Prozessentwicklung einer innovativen Klebstofflösung für die spannungsfreie und präzise Fixierung von Libellen“.
Die Libellenfixierung in unseren selbst gefertigten Wasserwaagen wirkt von außen selbstverständlich, ist in der Herstellung aber eine der anspruchsvollsten Aufgaben der Präzisionsfertigung. Die Libelle muss unter allen Bedingungen und bei jedem einzelnen Stück exakt ausgerichtet, sicher fixiert und dauerhaft stabil gehalten werden.
Unser bisheriger Prozess arbeitete mit einem UV-härtenden Spezialklebstoff – funktionssicher, aber energieintensiv, lagerkritisch und prozessaufwendig. Statt diese Nachteile hinzunehmen, haben wir sie zum Ausgangspunkt eines neuen Forschungs- und Entwicklungsprojektes gemacht.
Das Ergebnis unserer FuE-Arbeit ist ein neu entwickelter Klebstoff, speziell abgestimmt auf LED-Trocknung im optimalen Wellenlängenbereich. Ein neues Dosierverfahren, entwickelt über präzises Viskositätsfeintuning als auch ein neuer Trocknungsprozess, der thermischen Drift und innere Spannungen im Glas zuverlässig ausschließt, sind die Resultate für mehr Effizienz, weniger Energieverbrauch sowie höhere Präzision.
So arbeiten wir in der „Richter Meßwerkzeugfabrik“: Nicht einmalig, sondern fortwährend. Denn Qualität auf höchstem Niveau entsteht nicht durch Stillstand – sondern durch den Mut, immer wieder neu zu denken.